Altersrente 2026: Alle Rentenarten und ihre Voraussetzungen

Es gibt nicht „die Rente" — es gibt vier Altersrenten mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Altersgrenzen und Abschlägen. Welche für dich infrage kommt, entscheidet über Tausende Euro. Hier stehen alle im Vergleich.

Von — Gründerin von MeinRentenStart ·

Mann und Frau diskutieren über Altersrente 2026 mit Altersvorsorge-Symbolen.

Die vier Altersrenten auf einen Blick

Regelaltersrente — 5 Beitragsjahre, ab der Regelaltersgrenze, ohne Abschlag. Für langjährig Versicherte — 35 Jahre, ab 63, mit Abschlag. Für besonders langjährig Versicherte — 45 Jahre, ohne Abschlag, aber nicht ab 63. Für schwerbehinderte Menschen — 35 Jahre plus GdB 50, die günstigste vorzeitige Option.

Es gibt nicht „die Rente". Es gibt vier Altersrenten, und welche du beantragst, entscheidest du — im Formular, mit einem Kreuz. Die Rentenversicherung sucht sie nicht für dich aus.

Das ist eine der folgenreichsten Entscheidungen deines Rentenlebens: Sie bestimmt deinen Zugangsfaktor und damit deine Rentenhöhe — dauerhaft, jeden Monat, bis zum Schluss. Dieser Artikel stellt alle vier nebeneinander.

Welche Rentenart ist deine?

Das hängt von deinen Beitragsjahren, deinem Jahrgang und deiner Situation ab. MeinRentenStart rechnet es dir durch — in rund 15 Minuten.

Zum Rentenplan →

Übersicht: alle Altersrenten 2026

Rentenart Wartezeit Frühester Beginn Abschlag
Regelaltersrente 5 Jahre Regelaltersgrenze keiner
Für langjährig Versicherte 35 Jahre 63 bis 14,4 %
Für besonders langjährig Versicherte 45 Jahre 63–65 je nach Jahrgang keiner
Für schwerbehinderte Menschen 35 Jahre + GdB 50 62 0 % oder bis 10,8 %

💡 Wartezeit ist nicht gleich Beitragszeit

Auf die Wartezeit zählen nicht nur Beiträge aus Arbeit. Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Zeiten mit Arbeitslosengeld und Krankengeld zählen mit — bei den 45 Jahren allerdings mit Einschränkungen. Was genau in deinem Konto steht, zeigt nur der Versicherungsverlauf. Viele unterschätzen ihre Jahre deshalb erheblich.

Regelaltersrente: der Standardfall

Die Basis. Fünf Jahre Wartezeit reichen, es gibt keine Abschläge, und ab der Regelaltersgrenze darfst du unbegrenzt dazuverdienen.

Sie ist die Auffangrente: Wer die Voraussetzungen der anderen drei nicht erfüllt, bekommt sie — vorausgesetzt, die fünf Jahre stehen. Und auch das ist niedriger, als viele denken: Kindererziehungszeiten allein bringen bei zwei Kindern schon fast fünf Jahre Wartezeit zusammen. Wer nie erwerbstätig war, aber Kinder erzogen hat, hat oft trotzdem einen Rentenanspruch.

Die Regelaltersgrenze steigt seit Jahren schrittweise auf 67:

Geburtsjahrgang Regelaltersgrenze
195866 Jahre
195966 Jahre + 2 Monate
196066 Jahre + 4 Monate
196166 Jahre + 6 Monate
196266 Jahre + 8 Monate
196366 Jahre + 10 Monate
1964 und später67 Jahre

💡 Zwei Dinge, die hier zusammenlaufen

Erstens: Eine Erwerbsminderungsrente wird mit Erreichen der Regelaltersgrenze automatisch in eine Regelaltersrente umgewandelt — in der Regel in gleicher Höhe, ohne dass du etwas tun musst. Zweitens: Viele Arbeitsverträge enden automatisch zur Regelaltersgrenze, ohne Kündigung. Wer länger arbeiten will, muss das vorher vereinbaren.

Altersrente für langjährig Versicherte: 35 Jahre

Die klassische „Rente mit 63". Mit 35 Wartezeitjahren kannst du ab 63 gehen — jeder Jahrgang, immer. Der Preis: 0,3 Prozent Abschlag je Monat, den du vor deiner Regelaltersgrenze gehst. Dauerhaft.

Für Jahrgang 1964 und später sind das 48 Monate bis zur Regelaltersgrenze von 67 — also 14,4 Prozent weniger, lebenslang. Bei 1.700 Euro Bruttorente sind das rund 245 Euro im Monat.

⚠️ Der Abschlag verschwindet nie

Ein verbreiteter Irrtum: dass der Abschlag mit Erreichen der Regelaltersgrenze wegfällt. Tut er nicht. Er bleibt für die gesamte Bezugsdauer — und wirkt später auch auf die Hinterbliebenenrente deines Partners.

Die vollständige Abschlagstabelle und die Frage, ob sich der frühere Start trotzdem lohnt, stehen in Frührente mit 63.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte: 45 Jahre

Die attraktivste Rentenart — abschlagsfrei vor der Regelaltersgrenze. Aber nicht mit 63, entgegen dem hartnäckigen Gerücht.

Geburtsjahrgang Abschlagsfrei ab
195864 Jahre
195964 Jahre + 2 Monate
196064 Jahre + 4 Monate
196164 Jahre + 6 Monate
196264 Jahre + 8 Monate
196364 Jahre + 10 Monate
1964 und später65 Jahre

⚠️ Die 45 Jahre zählen anders als die 35

Bei der 45-Jahre-Wartezeit gelten strengere Regeln: Zeiten mit Arbeitslosengeld zählen grundsätzlich nicht mit — außer in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn, und auch dann nur, wenn die Arbeitslosigkeit durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht war. Zeiten mit Arbeitslosenhilfe oder Bürgergeld zählen ebenfalls nicht. Genau daran scheitern viele knapp — bei 44 Jahren und 11 Monaten gibt es die Rente nicht.

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Die am meisten übersehene Option — und oft die günstigste. Voraussetzungen: 35 Wartezeitjahre und ein anerkannter Grad der Behinderung von mindestens 50 bei Rentenbeginn.

Jahrgang Abschlagsfrei ab Vorzeitig ab Abschlag dann
195863 Jahre60 Jahre10,8 %
196063 + 4 Monate60 + 4 Monate10,8 %
196263 + 8 Monate60 + 8 Monate10,8 %
1964 und später65 Jahre62 Jahre10,8 %

Vergleiche das mit der 35-Jahre-Rente: gleiche Wartezeit, aber dort kostet der Start mit 63 volle 14,4 Prozent. Hier gehst du mit 65 ohne jeden Abschlag — zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze.

⚠️ Der GdB muss zum Rentenbeginn anerkannt sein

Nicht der Antrag zählt, sondern die Anerkennung. Feststellungsverfahren beim Versorgungsamt dauern regelmäßig Monate, bei Widerspruch länger. Wer denkt, ein GdB von 50 könnte für ihn infrage kommen, sollte das Jahre vor dem geplanten Rentenbeginn klären lassen — sonst ist die günstigere Rentenart einfach weg.

Zwei Punkte, die dabei untergehen:

  • Ein GdB kann auch aus mehreren Erkrankungen entstehen. Das Versorgungsamt addiert nicht einfach, aber es bildet einen Gesamtgrad. Wer mehrere Diagnosen hat, die einzeln bei 30 oder 40 liegen, kommt in Summe möglicherweise auf 50.
  • Verschlechtert sich dein Zustand, kannst du einen Verschlechterungsantrag stellen. Ein einmal festgestellter GdB von 40 ist nicht endgültig.
  • Fällt der GdB später weg, bleibt die Rente. Maßgeblich ist die Anerkennung zum Rentenbeginn.

Voll- oder Teilrente?

Jede Altersrente lässt sich auch als Teilrente beziehen — frei wählbar ab 10 Prozent der Vollrente. Du beziehst dann etwa 50 Prozent deiner Rente und arbeitest daneben weiter.

Der Reiz: Du zahlst weiter Beiträge und erwirbst zusätzliche Entgeltpunkte, und der Abschlag trifft nur den bezogenen Teil. Seit 2023 gibt es bei Altersrenten ohnehin keine Hinzuverdienstgrenzen mehr — siehe Rente und Arbeit und Aktivrente 2026.

Keine Altersrente: EM-Rente und Hinterbliebenenrente

Zwei weitere Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung sind keine Altersrenten — sie folgen eigenen Regeln:

  • Erwerbsminderungsrente — wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst, unabhängig vom Alter. Wichtig: Hier gelten weiterhin Hinzuverdienstgrenzen. Siehe Erwerbsminderungsrente.
  • Hinterbliebenenrente — Witwen-, Witwer- und Waisenrente nach dem Tod eines Versicherten, mit Einkommensanrechnung. Siehe Hinterbliebenenrente 2026.

Was auf die Wartezeit zählt

Der meistunterschätzte Punkt. Viele rechnen nur ihre Arbeitsjahre zusammen und kommen deshalb auf zu wenig.

Zeit 35 Jahre 45 Jahre
Pflichtbeiträge aus Beschäftigung
Kindererziehungszeiten
Kinderberücksichtigungszeiten bis zum 10. Lebensjahr
Pflege von Angehörigen
Krankengeld, Übergangsgeld
Wehr- und Zivildienst
Freiwillige Beiträgenur eingeschränkt
Minijob mit Beiträgen
Arbeitslosengeld Igrundsätzlich nicht
Arbeitslosenhilfe / Bürgergeldnein
Schule und Studium ab 17Anrechnungszeitnein

Die entscheidende Zeile ist das Arbeitslosengeld. Bei den 35 Jahren zählt es mit, bei den 45 Jahren grundsätzlich nicht — und daran scheitern Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und einmal eine Phase Arbeitslosigkeit hatten.

Der Zugangsfaktor: warum die Wahl so viel ausmacht

Deine Rente ergibt sich aus vier Faktoren — einer davon ist der Zugangsfaktor. Er ist 1,0, wenn du zur Regelaltersgrenze gehst. Für jeden Monat davor sinkt er um 0,003.

Weil er multiplikativ wirkt, trifft er alles: deine gesamte Rente, jeden Monat, und später auch die Hinterbliebenenrente deines Partners. Er ist keine einmalige Kürzung, sondern ein dauerhafter Faktor.

💡 Und nach oben?

Der Zugangsfaktor kennt auch die andere Richtung: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet und die Rente aufschiebt, bekommt 0,5 Prozent Zuschlag je Monat — also 6 Prozent pro Jahr. Das ist das Doppelte des Abschlagssatzes und wird selten genutzt. Wie die Rentenformel im Ganzen funktioniert, steht in Rente berechnen 2026.

Ein Fall, drei Rentenarten

Jahrgang 1964, Regelaltersgrenze 67, 40 Entgeltpunkte, GdB 50 anerkannt, 38 Wartezeitjahre. Bei einem Rentenwert von 42,52 Euro wären das zur Regelaltersgrenze 1.700,80 Euro brutto.

Rentenart Start Zugangsfaktor Brutto
Regelaltersrente 67 1,000 1.700,80 €
Für langjährig Versicherte 63 0,856 1.455,88 €
Für schwerbehinderte Menschen 65 1,000 1.700,80 €

Die dritte Zeile ist der Punkt: zwei Jahre früher als die Regelaltersrente — und trotzdem ohne einen Cent Abschlag. Wer denselben GdB hat, aber die zweite Zeile ankreuzt, verschenkt 245 Euro im Monat. Lebenslang.

Die 45-Jahre-Rente taucht hier nicht auf, weil 38 Jahre dafür nicht reichen. Läge die Person bei 44 Jahren und 8 Monaten, wäre eine Kontenklärung die lohnendste Maßnahme ihres Rentenlebens.

Der Rentenbeginn ist immer ein Monatserster

Eine Kleinigkeit mit Folgen: Renten beginnen grundsätzlich am Ersten eines Monats. Wer am 20. eines Monats seine Altersgrenze erreicht, startet frühestens am Ersten des Folgemonats.

Das klingt banal, entscheidet aber bei der Wahl zwischen zwei Terminen manchmal über einen ganzen Abschlagsmonat — also 0,3 Prozent, dauerhaft. Wann du beantragen musst, steht in Wann den Rentenantrag stellen?.

Rentenarten, die es nicht mehr gibt

Wer alte Ratgeber liest oder sich mit älteren Kollegen unterhält, stößt auf Rentenarten, die es für heutige Jahrgänge nicht mehr gibt:

  • Altersrente für Frauen — ab 60, nur für Jahrgänge bis 1951.
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit — ebenfalls nur bis Jahrgang 1951.

Beide sind ausgelaufen. Wenn dir jemand erzählt, seine Frau sei mit 60 in Rente gegangen, stimmt das vermutlich — nur gilt es für dich nicht mehr. Daneben gibt es Sonderformen für Beschäftigte im Bergbau über die Knappschaft, etwa die Rente für langjährig unter Tage Beschäftigte.

Wie hoch ist die Altersrente?

Die Frage hinter der Frage. Eine Pauschalantwort gibt es nicht — aber es gibt Bezugsgrößen.

Die Standardrente (auch: Eckrente) ist die Rechengröße, mit der Politik und Presse arbeiten: 45 Jahre Beiträge, immer exakt Durchschnittsverdienst. Das ergibt 45 Entgeltpunkte, und beim Rentenwert von 42,52 Euro sind das seit Juli 2026 1.913,40 Euro brutto im Monat.

Entgeltpunkte Entspricht etwa Brutto bei 42,52 €
45 EPStandardrente — 45 Jahre Durchschnittsverdienst1.913,40 €
40 EP40 Jahre Durchschnittsverdienst1.700,80 €
30 EP30 Jahre Durchschnittsverdienst1.275,60 €
20 EP20 Jahre Durchschnittsverdienst850,40 €

⚠️ Die Standardrente ist kein Durchschnitt

Sie ist eine Modellrechnung, kein Erfahrungswert. Kaum jemand hat 45 Jahre lang exakt den Durchschnitt verdient. Wer Ausbildungsjahre, Teilzeit, Kindererziehung oder Arbeitslosigkeit in der Biografie hat, liegt darunter — oft deutlich. Deine echte Zahl steht nicht in der Zeitung, sondern in deinem Versicherungsverlauf. Wie du sie ausrechnest: Rente berechnen 2026 und Rentenpunkte berechnen.

Der zweite Wert, der oft fällt, ist das Rentenniveau: aktuell durch eine Haltelinie bei 48 Prozent gesichert — bis 2031. Auch das ist keine Aussage über deine Rente. Es beschreibt das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittsverdienst, nicht den Anteil deines letzten Gehalts.

Was von der Altersrente abgeht

Die Zahl im Bescheid ist brutto. Auf dem Konto landet weniger — aus zwei Richtungen.

Kranken- und Pflegeversicherung

Werden direkt einbehalten. Als Pflichtversicherter in der Krankenversicherung der Rentner trägst du den halben allgemeinen Beitragssatz plus den halben Zusatzbeitrag deiner Kasse; die Rentenversicherung übernimmt die andere Hälfte. Die Pflegeversicherung zahlst du dagegen allein — Kinderlose ab 23 zahlen einen Zuschlag.

In der Summe sind das aktuell rund 12 Prozent der Bruttorente. Bei 1.700 Euro brutto bleiben also grob 1.500 Euro — vor Steuern.

Steuern

Die zieht niemand ab. Für Neurentner 2026 sind 84 Prozent der Jahresrente steuerpflichtig; ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt von deinen weiteren Einkünften und dem Grundfreibetrag ab. Geregelt wird das über die Steuererklärung — und die Nachzahlung kommt im Folgejahr. Details: Rente versteuern 2026.

💡 Der teuerste Punkt heißt KVdR

Ob du in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert bist oder dich freiwillig versichern musst, macht mehrere hundert Euro im Monat aus: Als freiwillig Versicherter zählen grundsätzlich alle Einkünfte, auch Mieten und Kapitalerträge. Entschieden wird das über die 9/10-Regel — vor dem Rentenantrag. Siehe Rentenantrag vorbereiten.

Wie du dich entscheidest

Die Reihenfolge ist immer dieselbe:

  1. Wartezeitjahre feststellen. Nicht schätzen — im Versicherungsverlauf nachsehen. Wer bei 45 Jahren knapp danebenliegt, sollte prüfen, ob Zeiten fehlen. Eine Kontenklärung kann den Unterschied machen.
  2. Alle infrage kommenden Arten durchrechnen. Oft gibt es mehrere — und die naheliegende ist nicht die beste.
  3. Abschläge gegen Bezugsdauer stellen. Früher gehen heißt weniger pro Monat, aber länger. Wo dein Kipppunkt liegt, rechnest du mit Rente berechnen 2026 aus.
  4. Erst dann den Antrag stellen — siehe Rentenantrag stellen. Die Rentenart kreuzt du dort selbst an.

Merke

Die Rentenversicherung prüft, ob die Voraussetzungen für die von dir beantragte Rentenart erfüllt sind. Sie schlägt dir keine bessere vor. Wer die falsche ankreuzt, bekommt sie — mit allen Abschlägen, ein Leben lang.

Die häufigsten Irrtümer über die Altersrente

Vier Sätze, die man ständig hört — und die alle falsch sind.

„Die Rente sind etwa 70 Prozent vom letzten Gehalt"

Nein. Dein letztes Gehalt spielt für die Rentenhöhe praktisch keine Rolle. Gerechnet wird über Entgeltpunkte, die du in jedem einzelnen Jahr deines Erwerbslebens gesammelt hast — ein gut bezahltes letztes Jahr ändert daran wenig. Wer 30 Jahre unterdurchschnittlich verdient hat und am Ende gut, bekommt trotzdem eine Rente, die den 30 Jahren entspricht.

„Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent, also bekomme ich 48 Prozent"

Auch nein. Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittsverdienst — eine statistische Kennzahl für das Gesamtsystem. Über deine persönliche Rente sagt sie nichts.

„45 Jahre heißt 45 Jahre gearbeitet"

Nein — und das ist der Irrtum, der Geld kostet. Auf die Wartezeit zählen auch Kindererziehung, Pflege, Wehrdienst und Krankengeld. Viele haben mehr Wartezeitjahre, als sie glauben, und beantragen deshalb die falsche Rentenart. Umgekehrt zählt Arbeitslosengeld bei den 45 Jahren nicht — wer damit rechnet, verrechnet sich in die andere Richtung.

„Die Rente ist steuerfrei"

Nein. Für Neurentner 2026 sind 84 Prozent der Jahresrente steuerpflichtig. Dass keine Lohnsteuer abgezogen wird, heißt nur, dass die Rechnung später kommt.

Häufige Fragen zu Altersrenten

Welche Altersrenten gibt es?

Vier: die Regelaltersrente (5 Beitragsjahre, ohne Abschlag), die Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre, ab 63 mit Abschlag), die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre, abschlagsfrei ab 63 bis 65 je nach Jahrgang) und die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (35 Jahre plus GdB 50).

Kann ich mit 45 Beitragsjahren mit 63 in Rente gehen?

Nur wenn du 1952 oder früher geboren bist. Die abschlagsfreie Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte steigt seit Jahren: Für Jahrgang 1964 und später liegt sie bei 65 Jahren. Die „Rente mit 63" ist für alle jüngeren Jahrgänge ein Missverständnis — mit 63 gehen kannst du nur über die 35-Jahre-Rente, und die kostet Abschläge.

Wie hoch sind die Abschläge bei vorzeitiger Rente?

0,3 Prozent für jeden Monat, den du vor deiner Regelaltersgrenze in Rente gehst — dauerhaft. Bei vier Jahren sind das 14,4 Prozent. Der Abschlag entfällt nicht mit Erreichen der Regelaltersgrenze und wirkt auch auf eine spätere Hinterbliebenenrente.

Zählt Arbeitslosigkeit als Wartezeit?

Bei der 35-Jahre-Wartezeit ja. Bei der 45-Jahre-Wartezeit grundsätzlich nicht — Ausnahme sind die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn, und auch dann nur, wenn die Arbeitslosigkeit durch Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers ausgelöst wurde. Zeiten mit Arbeitslosenhilfe oder Bürgergeld zählen bei den 45 Jahren nicht mit.

Wählt die Rentenversicherung die beste Rentenart für mich aus?

Nein. Du gibst die Rentenart im Antrag selbst an, und die DRV prüft nur, ob deren Voraussetzungen erfüllt sind. Eine günstigere Alternative schlägt sie nicht von sich aus vor. Deshalb lohnt es sich, vorher alle infrage kommenden Arten durchzurechnen — oder sich in einer Beratungsstelle beraten zu lassen.

Bereit?

Jetzt Rentenplan erstellen

Welche Altersrente in deinem Fall die günstigste ist, hängt von Jahrgang, Wartezeitjahren und Situation ab. Wir rechnen es durch.

Jetzt starten →

Einmalig · Kein Abo · Kein Konto nötig

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Altersgrenzen und Voraussetzungen können im Einzelfall abweichen. Stand: Juli 2026.